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Fluchtwegsicherung allgemein

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Nottaster eines FluchttürterminalsEin Fluchtweg ist ein besonders gekennzeichneter Weg, der im Falle einer notwendigen Flucht Personen schnell und sicher ins Freie oder in einen gesicherten Bereich führt. Ein Rettungsweg stellt sicher, dass Rettungskräfte schnell und einfach in das Gebäude gelangen können. Personen können hierdurch leichter in Sicherheit gebracht werden und die Feuerwehr kann eine gezielte Brandbekämpfung vornehmen.

Ausführung und Dimension von Flucht- und Rettungswegen sind in den Sonderbauverordnungen der Länder geregelt. Bei der der Planung eines Gebäudes werden die Anforderungen festgelegt und durch die Baugenehmigung bestätigt. Nutzungsänderungen erfordern eine Neubewertung und ggf. eine Umgestaltung der Rettungswege.

Der Flucht- und Rettungsweg ist entlang des Verlaufs mit selbstleuchtenden oder beleuchteten Piktogrammen gekennzeichnet. Meistens sind diese Piktogramme mit einer Notbeleuchtung gekoppelt. Rettungszeichen werden nach der BGV A8 geregelt. Die Wege müssen so bemessen sein, dass eine oder mehrere Person(en) zum Zeitpunkt der Gefahr das Objekt schnell und sicher verlassen können. Fluchtwege dürfen weder vorübergehend noch dauerhaft versperrt werden.

Türen in Flucht- und Rettungswegen dürfen niemals in Fluchtrichtung gesperrt oder verschlossen sein. Die Türen sind entsprechend den Anforderungen des Landesbaurechts „leicht und ohne fremde Hilfe, mit einem Handgriff in voller Breite“ zu öffnen.

Um dies sicherzustellen werden zertifizierte Zuhaltungen für Panik- oder Notausgänge nach DIN EN 179 oder DIN EN 1125 eingesetzt. Der Focus liegt hier bei Panikverschlüssen nach DIN EN 1125, welche gerade bei größeren Menschenansammlungen ein deutlich höheres Sicherheitspotential bieten. Für die Mindestabmessung von Flucht- und Rettungswegen gibt es Verordnungen, Normen und Richtlinien, die beim Bau von Gebäuden zwingend einzuhalten sind. So gilt in Deutschland z.B. die Musterversammlungsstättenverordnung der ARGEBAU.
Elektrische Verriegelungssysteme

Elektrische Verriegelungssysteme für Türen im Verlauf von Rettungswegen verriegeln Türen zusätzlich zu Panik- oder Notausgangsverschlüssen. Im Gefahrenfall erfolgt die Freischaltung grundsätzlich durch eine Nottaste im unmittelbaren Türbereich und - wenn vorhanden - durch eine automatische Notentriegelung von einer Gefahrenmeldeanlage.

Sind Fluchttüren mit elektrischen Verriegelungen zusätzlich verschlossen, muss das Verriegelungssystem gemäß der EltVTR (Elektrische Verriegelungssysteme von Türen in Rettungswegen) geprüft und zertifiziert sein. Gemäß EltVTR ist erlaubt, die Tür mit max. zwei Handgriffen (Notschalter betätigen und dann Tür öffnen) zu bedienen. Die notwendige aktive Betätigung der Nottaste und eine lautstarke Alarmsirene bieten die gewünschte ausreichende Hemmschwelle gegen Missbrauch.

Türwächter dürfen als sogenannte Sicherung eingesetzt werden, wenn ihre Einhandbedienung von einem entsprechenden Institut, z.B. dem MPA, zertifiziert ist.
Diese Werte und Richtlinien für Notausgänge werden meist bei Begehungen des Gebäudes von der Baubehörde, Gewerbeaufsicht oder Feuerwehr vorgeschrieben und überprüft.

Die Vorschriften und Kontrollen sind in Deutschland in den Bundesländern jeweils unterschiedlich geregelt. Sie richten sich aber immer nach den Euronormen EN 179 (Schlösser und Baubeschläge - Notausgangsverschlüsse mit Drücker oder Stoßplatte - Anforderungen und Prüfverfahren). Für Gebäude, in denen mit Panik zu rechnen ist, etwa weil dort regelmäßig viele ortsunkundige Personen anwesend sind, muss die Tür nach der Euronorm EN 1125 (Schlösser und Baubeschläge - Paniktürverschlüsse mit horizontaler Betätigungsstange - Anforderungen und Prüfverfahren) ausgerüstet sein. Die rechtliche Verbindlichkeit dieser Norm ist jedoch nicht gegeben, da die Bauministerkonferenz feststellte, dass gleichwertige Verschlüsse ebenfalls einsetzbar sind. Eine Norm ist seitens des Baurechts nicht befugt die Anwendungbedingungen zu regeln. Panikbeschläge, welche den Anforderungen der jeweiligen LBO Landesbauordnung entsprechen, sind rechtlich verbindlich. In der Regel sind dies Türen, die sich mit einem Handgriff leicht in voller Breite öffnen lassen.

Die Problemhaftigkeit solcher Notausgänge sieht man immer wieder bei zahlreichen Bränden beispielsweise in Diskotheken. In vielen Fällen werden sie vorschriftswidrig versperrt, damit keine Gäste ohne zu zahlen in das Lokal gelangen können. Wenn dann oft nur eine Kleinigkeit passiert und die Gäste nicht durch den Notausgang flüchten können, bricht sofort Panik aus, wodurch oftmals auch Tote zu beklagen sind.
Notausgänge

Fliehende Personen schlagen den Nottaster ein und geben dadurch die Verriegelung frei. Gleichzeitig ertönt ein Alarm, der auch auf ein Anzeigentableau, z. B. beim Pförtner oder Wachpersonal, weitergeleitet werden kann. Die Alarmauslösung bedeutet zum einen für gefährdete Personen eine Verbesserung ihrer Rettungschancen und zum anderen für unbefugte Personen das Risiko, gefaßt zu werden.

Die Größe und die Anzahl der Notausgänge muss so bemessen sein, dass die üblicherweise im Gebäude anwesenden Personen schnellstens auch bei Panikreaktionen ins Freie flüchten können, ohne dass die jeweiligen Personen stürzen und dabei durch die Nachfolgenden überrannt werden oder anderweitig zu Schaden kommen können.
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